Gründung und Geschichte

Vereins –Chronik Verein für Hundesport Neckarhausen e.V. 1951

Um die Hundefreunde von Neckarhausen durch Gründung eines Vereins zu vereinigen, fand am 31. März 1951 durch die Initiative des Herrn Martin Herold im „Badischen Hof“ eine Versammlung statt. Bei der Zusammenkunft waren 28 Personen anwesend. Nach längerer Debatte über den Namen des Vereins einigte man sich auf „Verein der Hundefreunde Neckarhausen“. Der Gründungstag war somit der 31. März 1951. Sitz des Vereins ist Neckarhausen. Hundebesitzer sämtlicher Rassen wurden als Mitglieder in den Verein aufgenommen.
Die erstmals gewählte Vorstandschaft setzte sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Hans Bleistein, 2. Vorsitzender Heinrich Volz, Schriftführer Kurt Winkler, Kassier Karl Quintel, Unterkassierer Willi Herold, Übungsleiter Martin Herold, stellvertretender Übungsleiter Hermann Kinzig, Beisitzer WolfDieter Winkler und Leonhard Kreter. Durch allgemeinen Beschluß wurde der „Badischen Hof“ als Vereinslokal festgelegt.

Am 9. April 1951 wurde in einer Vorstandsitzung über den Übungsplatz beraten, wobei der als Gast anwesende Bürgermeister Schläfer die Bestrebungen des jungen Vereines diesbezüglich sehr unterstützte. Als vorläufiges Übungsgelände wurde der untere Neckargarten vorgesehen. Die Hundefreunde trafen sich mittwochs und sonntags zu den Übungsstunden, wobei sie allerdings die zur Dressur benötigten Geräte vom alten Schulhaus bis zum Übungsplatz und wieder zurück tragen mussten. Damit der Ebbe in der Vereinskasse Einhalt geboten werden konnte, schlug man vor, eine öffentliche Veranstaltung zu organisieren. Der Verein setzte sich deshalb mit der Blindenhundeschule in Oftersheim in Verbindung, um sie für eine Vorführung auf dem Übungsgelände zu gewinnen. Am 24. Juni 1951 führte die Blindenhundeschule mit ihren Hunden vor, wie das Tier vom Anfang bis zur Blindenhundeprüfung abgerichtet werden muss. Durch das ungünstige Wetter hatte die Veranstaltung jedoch nicht den gewünschten Verlauf wie man es erwartet hatte. Bei der darauf einberufenen Mitgliederversammlung wurde trotz des mageren Budgets beschlossen, dass ein Hetzanzug gekauft werden soll, da der Verein nur einen geliehenen besaß. Außerdem wurde der Vorschlag unterbreitet, ein Theaterstück aufzuführen. Am 9. Dezember 1951 wurde die Weihnachtsfeier veranstaltet, wobei das Theaterstück „Die spanische Fliege“ zur Aufführung gelangte. Es war ein großer schauspielerischer wie auch finanzieller Erfolg.

In der darauffolgenden Zeit besuchte der Verein auf Einladung Veranstaltungen der ortsansässigen und auswärtigen Vereine, um eine bessere Zusammenarbeit zu fördern. Bei den Sommertags Zügen in unserer Gemeinde war der Verein mit schönen Märchenwagen vertreten.

In der Vereinsgeschichte begann jetzt ein neuer Abschnitt, denn dem Verein wurde bekannt, dass der Neckargarten hergerichtet werden sollte und somit als Übungsplatz nicht mehr in Frage käme. Die Vorstandschaft bat den Gemeinderat in einem Schreiben um einen neuen Übungsplatz in der Größenordnung von ca. 1518 Ar am Aserdamm. Der Antrag wurde in der Gemeinderatssitzung vom 29. April 1952 allerdings abgelehnt. Der Verein wurde gebeten, mit dem Bürgermeister wegen neuer Vorschläge in Verbindung zu bleiben. Inzwischen kam man zu dem Entschluss, nochmals eine Veranstaltung durchzuführen. 
1953 bekam der Verein von der Gemeinde die Genehmigung, am Kiesloch ein Gelände einzuzäunen. Der Platz war in einem chaotischen Zustand und musste größtenteils erst aufgefüllt und eingeebnet werden. Um die Kosten der Einzäunung aufzubringen, musste der Verein wieder einmal einen Theaterabend durchführen. Nach mühevoller und aufopfernder Arbeit der Mitglieder konnte dann am 13. Juni 1954 die Platzeinweihung stattfinden. Zur Umrahmung veranstaltete der Verein einen Festzug von seiner Residenz dem „Badischen Hof“ zu seinem neuen Übungsplatz. Ein Clubkampf zwischen Seckenheim, Friedrichsfeld und Feudenheim, sowie eine Schauvorführung der teilnehmenden Vereine rundeten die gelungene Veranstaltung ab. In einer Mitgliederversammlung wurde beschlossen, eine Vereinssatzung auszuarbeiten und in den WBDV einzutreten. Am 5. März 1955 wurde der Verein aufgenommen und zur Kreisgruppe III zugeteilt.

Mit neuem Elan und beflügelt durch das neue Übungsgelände besuchten die Hundeführer mit großem Erfolg in den Jahren 1955 bis 1958 Veranstaltungen bei auswärtigen Vereinen. Auch auf eigenem Gelände war man nicht müßig und veranstaltete Pokalkämpfe, Junghundebeurteilungen, Clubkämpfe mit Nachbarvereinen usw. Im Jahre 1958 bewarb man sich für die Kreisausscheidung und den Ausbildungslehrgang. Der Verein bekam den Ausbildungslehrgang zugesprochen, der am 18. Mai 1958 unter der Leitung des Kreisgruppen-Vorsitzenden Herrn Walter Hartmann durchgeführt wurde. Am 19. Juli 1958 wurde eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, wobei eine Neusatzung vorgelegt und ausgearbeitet wurde, die nach einer geheimen Abstimmung am 25. Juli 1958 in Kraft trat.
Im Frühjahr 1961 bekam der Verein einen neuen Tiefschlag versetzt. In einer Gemeinderatssitzung war beschlossen worden, dass der jetzige Übungsplatz in das neue Baugebiet mit einbezogen werden soll. Die Vorstandschaft war sofort beim Bürgermeister vorstellig, um ein neues Gelände zu beantragen. Nach zähen Verhandlungen war es dann am 10. Juni 1961 endlich soweit, dass die Gemeinde dem Verein ein neues Dressurgelände anbot, verbunden mit einer Abfindung von 2000,00 DM und dem Versprechen, dass bis zur Herrichtung des neuen Übungsgeländes das bisherige weiterhin benutzt werden kann. Im selben Jahre wurden die Mitglieder Karl Gärtner, Martin Herold, Franz Quintel, Albert Stahl und Josef Würzburger vom Kreisverband mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Als sportlichen Ausklang des Jahres 1961 rief der Verein erstmals eine Vereinsmeisterschaft in den Stufen SchH 1, 2 und 3 ins Leben. Vereinsmeister wurde Wolfgang Lutz mit seiner Hündin Flora von der Magnusklause.

Die Zeitspanne von 1961 bis 1965 war größtenteils mit der schweren Aufgabe der Errichtung eines neuen Dressurplatzes und dem Bau eines Clubhauses ausgefüllt. Die finanziellen Möglichkeiten des Vereins waren sehr gering und der reibungslose Ablauf war durch das ständige Wechseln der 1. Vorsitzenden nicht immer möglich. Im Januar 1962 gab der Vorstand Karl Gärtner sein Amt aus gesundheitlichen Gründen ab. Der 2. Vorsitzende Willi Heuchel wurde von der Versammlung als 1. Vorsitzender ins Amt berufen. Am 23. Juni 1962 nahmen vier Hundeführer eine Einladung nach Frankreich an und belegten bei dem dort ausgetragenen Vergleichskampf hervorragende Plätze. In der Generalversammlung vom 27. Januar 1963 gab der 1. Vorsitzende Willi Heuchel sein Amt wegen Umzuges ab und somit musste wieder, wie im Vorjahre, ein neuer Vorstand gewählt werden. Als Interimsvorstand wurde Günter Strauß gewählt. 1964 legte Günter Strauß sein Amt nieder, so dass bei einer Neuwahl Paul Grabenauer für 2 Jahre als 1. Vorsitzender gewählt wurde.

Am 3. und 4. Juli 1965 konnte dann endlich der feierliche Akt der Platzeinweihung an der Neckarstraße vollzogen werden. Vorausgegangen war die Ehrung des Vereins für 10jährige Mitgliedschaft im Verband. Als Ansporn für weitere Erfolge stiftete Bürgermeister Schläfer einen Wanderpokal, der zum sportlichen Ausklang eines jeden Jahres anläßlich eines vereinsinternen Pokalkampfes dem Sieger überreicht werden sollte.

Am 9. Januar 1966 legte der bisherige 1. Vorsitzende Paul Grabenauer nach 2jähriger Amtszeit aus beruflichen Gründen sein Amt nieder und wiederum musste ein neuer Steuermann für das Vereinsschiff gefunden werden. Die Versammlung wählte als 1. Vorsitzenden den ehemaligen Interimsvorstand Günter Strauß, in der Hoffnung, dass diesmal die Leitung des Vereins länger wie bisher in denselben Händen bliebe und nicht nach kurzer Zeit erneut ein Vorstand gesucht werden müsste.

Die Aktivitäten der Hundesportler blieben nicht nur auf ihrem Gebiet beschränkt, was der bei den Ortsmeisterschaften der Schützengesellschaft in dreimalig ununterbrochener Reihenfolge gewonnene Pokal beweist. Ebenso waren die Jahre 1966 bis 1973 eine erfolgreiche Zeit im Hundesport. Einen kleinen Auszug aus dieser Zeitspanne möchte ich dem Leser hier kurz aufzeigen: 2 Hundeführer (Gustav Brunny, Richard Strauß) bestanden mit ihren Vierbeinern die RettungshundetauglichkeitsPrüfung mit vorzüglich und waren auch für den Katastropheneinsatz ins Ausland benannt; bei den Landesausscheidungen belegte Richard Strauß einen 3. Platz, so dass er sich für die Bundessiegerprüfung qualifizieren konnte; Kreisfährtenhundeprüfung einen 1. Platz des Sportfreundes Gustav Brunny; Gewonnene Pokalkämpfe in der Pfalz, Hessen, Bayern sowie Osterreich und der Schweiz runden das Bild der Erfolge ab. Auf heimischem Gelände trug man als gastgebender Verein 1971 die BezirksausscheidungsPrüfung der Polizeihundeführer von Nord und Südbaden aus. Verbrechensbekämpfung mit Diensthundeeinsatz, vom Hubschrauber aus, wurde hier erstmalig der Öffentlichkeit vorgeführt.

Ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte war die Eintragung in das Vereinsregister beim Landgericht Mannheim am 27. März 1973. Der Verein trägt jetzt den Namen „Verein der Hundefreunde Neckarhausen e.V.“

Anlässlich der 1200JahrFeier der Gemeinde Neckarhausen im Jahre 1973 bekam der Verein den Zuschlag für die Ausrichtung der Kreisausscheidung. Der gute Kontakt zu den Verantwortlichen der Polizeihundestaffel sowie das kameradschaftliche Verhältnis zu den Diensthundeführern ermöglichten es dem Verein, die Vorgenannten für ein Rahmenprogramm bei der Kreisausscheidung zu gewinnen.

Zur Absicherung des Übungsgeländes und des darauf mit viel Mühe erstellten Clubhauses und gewarnt durch etliche vorherige gezwungenermaßen stattgefundene Platzwechsel, beschloß die Vorstandschaft mit der Gemeinde einen längerfristigen Pachtvertrag anzustreben. Die Bemühungen waren am 13. April 1974 von Erfolg gekrönt, in dem ein Erbbaurechtsvertrag über 99 Jahre mit der Gemeinde besiegelt werden konnte. Daraufhin stand der Erweiterung und Renovierung des Vereinsheimes nichts mehr im Wege.

Bei der Landesausscheidung im Juli 1974 qualifizierte sich Franz Rapp mit seinem Hund Astor vom Bernbachtal zur Teilnahme bei der Bundessiegerprüfung und konnte auch dort seine Leistung unter Beweis stellen.

Der Zusammenschluss von Neckarhausen und Edingen zu einer neuen Gemeinschaft ließ die erneute Austragung des BürgermeisterSchläferPokals nun nicht mehr zu, dem Antrag des Vereins an den Bürgermeister, Herrn Herold, einen neuen Pokal der Einheitsgemeinde EdingenNeckarhausen zu stiften, der nach demselben Austragungsmodus errungen werden sollte, wurde zugestimmt. Der Verein gab der Hoffnung Ausdruck, dass dem neuen Pokal bald ebenso viele gute Erinnerungen anhaften und er bei den einheimischen Hundeführern eine begehrte Trophäe sein wird.

In diesem Jahre unserer Vereinsgeschiche vergab der Kreisverband aus Anlass des 25jährigen Jubiläums die 1. Qualifikationsprüfung 1976 der Kreisgruppe 3 an den Verein der Hundefreunde Neckarhausen e.V.

Flankierend zu dieser Veranstaltung stellte eine HobbyHundestaffel aus MühlackerLohmersheim ihr Können unter Beweis, was für unsere eigene neu ins Leben gerufene HobbyHundestaffel ein Ansporn sein sollte, ihre im Ansatz zu erkennenden Ausbildungserfolge noch durch Training zu intensivieren.

Nahezu ununterbrochen waren in den letzten Jahrzehnten Hundeführer des VfH auf Qualifikationen, Siegerprüfungen und Deutschen Meisterschaften vertreten, auch innerhalb der Rassehundeverbände. Sie prägten das Bild des VfH Neckarhausen.

Die führende Rolle des VfH Neckarhausen im Hundesport festigte sich von Jahr zu Jahr. Hundeführer des VfH stehen in allen Sparten des Hundesports an der Spitze, was nicht zuletzt der sachkundigen Ausbildung von geprüften Trainern und Übungsleitern zuzuschreiben ist. Ebenso stellen diese Spitzenergebnisse ein Ansporn für den Nachwuchs dar, der in letzter Zeit schon sichtlich Früchte getragen hat, weshalb der VfH Neckarhausen guter Hoffnung sein kann, auch künftig auf Siegerprüfungen gut vertreten zu sein.

In den vergangenen Jahren lag das Vereinsgeschehen in den Händen von:

  • Hans Bleistein 1951 – 1953
  • Karl Gärtner 1953 – 1962
  • Willi Heuchel 1962 – 1963
  • Günther Strauß 1963 – 1964
  • Paul Grabenauer 1964 – 1966
  • Günther Strauß 1966 – 1979
  • Richard Strauß 1979